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Steinerskirchen in den 50er Jahren

...die Herz-Jesu-Missionare (MSC)

EIN BLICK IN DIE GESCHICHTE:

Der Gründer unserer Ordensgemeinschaft ist Jules Chevalier (1824 – 1907). Er kam mit 30 Jahren als Kaplan in die Kleinstadt Issoudun bei Bourges in Mittelfrankreich. Die katholische Kirche hatte in dieser Region damals keine große Bedeutung mehr. Der christliche Glaube war zunehmend geschwunden. Hoffnungslosigkeit und Gleichgültigkeit machten sich breit.

Am Anfang stand für Chevalier die Herausforderung, in einer mehr und mehr entchristlichten Welt hilfreiche Antworten auf die Zeichen und Nöte der Zeit zu finden. Er sah in dem damals weit verbreiteten Bild vom “Herzen Jesu” eine Möglichkeit, den Menschen von der einzigartigen Liebe Gottes zu erzählen. Mit einigen gleichgesinnten Priestern begann er sein Werk Die Gruppe lebte in einem Wohnhaus; ihre Kapelle war eine alte Scheune. Die Anfänge waren äußerst schwierig. Nach 25 Jahren zählte die Gemeinschaft erst 67 Mitglieder. Sie nannten sich “Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu” und pflegten eine besondere Verehrung der Gottesmutter Maria als “Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu”.
1880 verbot eine kirchenfeindliche Gesetzgebung alle kirchlichen Gemeinschaften in Frankreich. Damit verloren auch wir Herz-Jesu-Missionare unsere Daseinsberechtigung.

Die Gemeinschaft bekam aber damals von Papst Leo XIII. den Auftrag zur Missionsarbeit in der Südsee (Papua New Guinea) und setzte neben den Anfängen in Italien und den USA auf neue Niederlassungen in Holland, Spanien, England und Irland, später auch in Australien und Belgien.
1888 wurde mit dem Missionshaus in Salzburg-Liefering ein erstes deutschsprachiges Haus offiziell errichtet. Hier liegen die Anfänge für die beiden “deutschen” Provinzen unserer Gemeinschaft, die heute bestehen: die süddeutsch-österreichische mit dem Stammhaus Liefering und die norddeutsche mit dem Sitz in Münster-Hiltrup (seit 1897).

UNSERE GEMEINSCHAFT HEUTE:
Weltweit leben und arbeiten in unserer Gemeinschaft 2067 Brüder und Patres in 52 Ländern. Der Missionsgedanke hat sich erfreulicherweise gewandelt. Nicht wir bringen den “Heiden” das Christentum und die Kultur, sondern wir sind gemeinsam auf dem Weg und haben über die Jahre viel voneinander gelernt. Herz-Jesu-Missionare aus Deutschland und Österreich leben und arbeiten in Papua New Guinea, in Brasilien, Peru, im Kongo und seit 1995 auch in der Slovakei.
Ein grundsätzlicher Anstoß Jules Chevaliers für seine Mitbrüder war der Auftrag, stets die Zeichen und Nöte der Zeit zu erkennen und dem entsprechend zu handeln. So arbeiten heute Herz-Jesu-Missionare in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern: in der Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge, an Hochschulen, Schulen und in Werkstätten, in der Internatserziehung und Berufsausbildung, in der Bildungsarbeit, in Beratung und Begleitung von Menschen in Krisensituationen, in Krankenhäusern und Kliniken, und bei uns in Steinerskirchen auch im biologischen Landbau des Klostergutes.
Wenn es irgendwie möglich ist, leben wir in kleinen Gemeinschaften, deren Tagesablauf durch gemeinsame Mahl- und Gebetszeiten ein wenig geordnet wird. In vielen Bereichen unserer eigenen Werke (Schule, Erziehung, Bildungsarbeit,...) wäre kaum eine qualifizierte Arbeit denkbar, wenn nicht Frauen und Männer in unserem Geist und aus christlicher Überzeugung die Verantwortung mit tragen würden.
Auch heute ist es unser Anliegen, die Liebe Gottes (von der wir überzeugt sind!) für die Menschen unserer Zeit durchsichtig zu machen und zu übersetzen. Sei es, daß wir einander im Glauben stärken, oder daß wir anderen beim Suchen helfen. Als Ordensleute sind wir in der je eigenen Arbeit ein Teil der Gesamtkirche, und dieser Verantwortung sind wir uns bewußt. Das heißt: wir werden versuchen, engagiert und kreativ in zeitgemäßer Form Kirche zu gestalten.

UNSERE SPIRITUALITÄT:
“Spiritualität” drückt etwas aus, das schwer zu fassen und zu greifen ist. Ein Gebet, das unsere Gemeinschaft in allen Sprachen weltweit verbindet, kann vielleicht einen kleinen Einblick in unsere “Familie” geben.

Sei gegrüßt, wunderbares Herz Jesu,
wir loben dich, wir preisen dich, wir verherrlichen dich,
wir sagen dir Dank, wir bringen dir unser Herz,
wir schenken und weihen es dir.
Nimm es an und mache es dir ganz zu eigen.
Reinige, erleuchte und heilige es.
Ewig sollst du in ihm leben und als König herrschen.

Amen.